Wenn es laut wird

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Wenn es laut wird

LÄRM IM MEER – WAS WIR NICHT HÖREN

Wenn wir an das Meer denken, denken wir oft an Ruhe.

An Weite. An Wellen. An das Gefühl tief durchatmen zu können.

Doch unter der Wasseroberfläche klingt die Welt oft ganz anders.

Auf meiner letzten Reise wurde mir wieder bewusst, wie laut das Meer geworden ist. Vor allem an Orten, an denen Delfine leben und Menschen ihnen begegnen möchten.

 

Schon früh am Morgen kommen die ersten Schlauchboote. Sie bringen Menschen ins Wasser, holen sie wieder ab, fahren hin und her und begleiten die Gruppen. Für viele ist das selbstverständlich. Und oft ist es auch notwendig, damit alles sicher abläuft.

 

Trotzdem bleibt für mich immer die gleiche Frage: Wie muss sich dieser Lärm für die Tiere anfühlen?

 

Schon für uns Menschen sind die Motorengeräusche unter Wasser unangenehm. Sie gehen durch den ganzen Körper und können uns aus der Ruhe bringen.

Für Delfine muss das noch viel intensiver sein.

 

Während wir Menschen unsere Welt vor allem mit den Augen wahrnehmen, orientieren sich Delfine hauptsächlich über ihr Gehör. Sie hören Bewegungen, Strömungen, andere Delfine und selbst kleinste Veränderungen im Wasser. Ihr Gehör hilft ihnen, ihre Familie zu finden, sich zu orientieren und Gefahren zu erkennen.

 

Für Delfine ist Hören fast wichtiger als Sehen. Genau deshalb kann Lärm unter Wasser für sie so belastend sein.

 

Wenn viele Boote gleichzeitig unterwegs sind, wenn Motoren von allen Seiten kommen und wenn über der Wasseroberfläche gerufen oder gehupt wird, verlieren die Tiere einen Teil ihrer Orientierung und ihrer Ruhe.

 

Dabei geht es mir nicht darum, Begegnungen mit Delfinen schlechtzureden. Im Gegenteil.

 

Ich glaube, dass solche Begegnungen unglaublich wertvoll sein können. Sie können Menschen berühren, Herzen öffnen und etwas verändern.

 

Aber vielleicht dürfen wir lernen, diesen Begegnungen anders zu begegnen:

  • Ruhiger.
  • Bewusster.
  • Respektvoller.

Vielleicht braucht es leisere Motoren. Vielleicht neue Lösungen, die das Meer und die Tiere mehr schützen. Und vielleicht geht es dabei nicht nur um die Delfine.

 

Denn auch unsere Welt ist laut geworden. Wir sind ständig umgeben von Geräuschen, Bildern, Nachrichten, Gesprächen, Musik und Erwartungen. Viele Menschen merken gar nicht mehr, wie sehr all diese Reize ihr Nervensystem belasten.

  • Vielleicht verlieren auch wir manchmal die Orientierung.
  • Vielleicht vergessen auch wir manchmal, wie sich Ruhe anfühlt.
  • Und vielleicht beginnt Veränderung genau dort, wo wir wieder lernen, stiller zu werden.

Die passende Geschichte zu diesem Thema findest du im geschützten Bereich für Crew-Mitglieder. Dort erzählt Mo, warum ihn Motorengeräusche bis heute an etwas erinnert, das er nie vergessen wird.


Manchmal können Geschichten Dinge fühlbar machen, die Worte allein nicht erklären können.